Willkommen auf unserer Internetseite!

Mein Einkaufswagen:

0 Artikel - 0,00 €
Sie haben keine Artikel in Ihrem Einkaufswagen.

0

Rezensionen: Über den gewaltsamen Widerstand gegen das Böse


Rezensionen: Über den gewaltsamen Widerstand gegen das Böse

„Dass sich Iljin nur seinem eigenen Gewissen und der philosophischen Wahrheit verpflichtet fühlte, zeigt auch sein Buch «Über den gewaltsamen Widerstand gegen das Böse» aus dem Jahr 1925. [...] Iljin verfasste sein Buch unter dem unmittelbaren Eindruck der bolschewistischen Machtergreifung und des russischen Bürgerkriegs. [...] In einer Reihe von Vorträgen in ganz Europa [...] verwies Iljin auf das Vorbild des Erzengels Michael und des Drachentöters Georg und hielt fest: «Wir werden dann siegen, wenn unser Schwert wie Liebe und Gebet sein wird, unser Gebet und unsere Liebe aber das Schwert!».“ ...

Dass sich Iljin nur seinem eigenen Gewissen und der philosophischen Wahrheit verpflichtet fühlte, zeigt auch sein Buch «Über den gewaltsamen Widerstand gegen das Böse» aus dem Jahr 1925. Iljin setzte sich darin polemisch mit Leo Tolstois berühmtem moralischem Grundsatz «Widerstehe dem Bösen nicht mit Gewalt» auseinander. Tolstoi hatte argumentiert, dass gewaltsamer Widerstand gegen das Böse nur neues Unrecht hervorbringe.“ ...

In einer Reihe von Vorträgen in ganz Europa vor russischen Exilanten verwies Iljin auf das Vorbild des Erzengels Michael und des Drachentöters Georg und hielt fest: «Wir werden dann siegen, wenn unser Schwert wie Liebe und Gebet sein wird, unser Gebet und unsere Liebe aber das Schwert!» Die gewaltsame Bekämpfung des Bösen stellt aus Iljins Sicht ein notwendiges Übel dar, durch das der Verteidiger des Guten Schuld auf sich lädt. Nur eine anschliessende religiöse Askese könne den Gotteskämpfer wieder sittlich läutern “ ...

Quelle: Ulrich M. Schmid, in: NEUE ZÜRICHER ZEITUNG, vom 18.05.2018

 

„Wer das Schwert gegen das Böse erhebt, muß „besondere geistige Anstrengungen zum Schutz seines eigenen geistigen Kremls“ ergreifen.“ ...

„Iljins Buch stellt den Pragmatismus auf eine ethische Grundlage und gibt Antworten auf hoch aktuelle Fragen der Gefahrenabwehr. Es steht in der Tradition christlicher Staatslehren, in denen der Staat mit der Erbsünde begründet wird. Obwohl 1925 in Berlin erstveröffentlicht, zeichnet das Buch ein originalgetreues Bild des Gutmenschen und widerlegt dessen unrealistische und selbstgerechte Moral “ ... 

„Der Gutmensch ist bei Iljin identisch mit Leo Tolstoj, der Gewaltfreiheit gegenüber dem Bösen gepredigt hat. Der sentimentale Moralist, so nennt Iljin den Jünger des Schriftstellers, geht bei der Betrachtung des Bösen von eigenen inneren Zuständen aus. Wenn das reale Böse dann in seiner Lebenswirklichkeit auftaucht, verschließt er davor die Augen. Noch bei der „Vergewaltigung eines Kindes durch eine bestialische Schar“ preist sich der sentimentale Moralist „seiner moralischen Unfehlbarkeit“, statt die Übeltat mit Waffen zu stoppen. ...

„Es sei Tolstojs unorthodoxe Interpretation des Christentums als einer absolut pazifistischen Religion gewesen, die eine ganze Generation von Intellektuellen wehrlos gemacht und so die bolschewistische Revolution ermöglicht habe.“ ...

„Wer dem Bösen keinen Widerstand leistet, gewährleistet dessen Sieg, so Iljin. Denn jeder böse Akt führt zur Ausbreitung des Bösen in den Seelen. Deshalb sei der Kampf gegen das Böse in der Seele dem physischen Kampf auch übergeordnet. Nur wenn es unbedingt nötig sei, müsse bösen Menschen durch Freiheitsentzug oder mit dem Schwert Einhalt geboten werden. Iwan Iljin entfaltet eine überzeugende Lehre der Verhältnismäßigkeit. Er läßt den Leser die pragmatische Argumentation ungestört nachvollziehen, um gegen Ende den Schleier über dem orthodoxen Kern des Buchs zu lüften. “ ...

„Der christliche Kämpfer gegen das Böse steht fest im Sumpf, wo andere versinken. Iljin vergleicht ihn mit den Engeln, die die himmlische Fülle verlassen, um „gemäß dem Willen Gottes auf die Erde zu fliegen, indem sie den Übeltätern das Gericht, die Strafe und das Feuer des göttlichen Zorns bringen“. Iljins Buch ist weniger für den Zaren geeignet, der aufgrund einer dynastischen Abfolge herrscht und sich dabei auf einen funktionsfähigen Beamtenapparat und ungebrochene Traditionen stützt.“ ...

Dimitios Kisoudis, in: JUNGE FREIHEIT, Ausg. 1. Juni, 2018.

 

Der Leser sollte von seinen (post)modernen Vorurteilen und Reflexen absehen und sich auf den mittlerweile ungewohnten Tonfall und geistigen Raum dieses Philosophen einstellen, denn Iljin argumentiert metaphysisch. 

Dies ist auch nötig, weil das Gutmenschentum Tolstojscher wie jeder anderen Prägung zwar leicht widerlegt ist (man muß es nur konsequent zu Ende denken), eine taugliche Lösung des Problems aber, wie man das christliche Gebot der Feindesliebe leben soll, auf den aporienreichen Pfaden liberaler Denkmuster nicht erreicht werden kann. 

Nach Iljins Sicht verhält es sich mit dem offenen Bösen und seiner gewaltsamen Abwehr ebenso. Dazu verweist er auf historische Beispiele wie die erfolgreiche Befreiung Rußlands vom Tatarenjoch, die durch das Zusammenwirken der weltlichen Macht russischer Großfürsten mit der geistigen Macht der Kirche durch Heilige wie den hl. Sergius von Radonesch ermöglicht wurde. 

... einem Literatur- und Bibelstellenverzeichnis bietet die jüngst erschienene Ausgabe der Edition Hagia Sophia ihrem Leser auch eine gelungene Zusammenfassung jener kritischen Reaktionen und Iljins Antwort auf den seriösen Teil dieser Einwände sowie einen Aufsatz über den Wert von Iljins Theorie eines christlichen Widerstandes für unsere Gegenwart.

Roswitha Solonzo, in: SEZESSION, 4. Juni, 2018.

 

Und den menschlichen Möglichkeiten zu gewaltsamem Widerstand. Prof. Iwan Iljin gehörte zu den wichtigsten philosophischen Stimmen der Epoche nach 1917, ein christlicher Denker, der den Bolschewisten ebenso verhasst war wie den Nazis, vor denen er sich in letzter Minute in die Schweiz retten konnte. Seine Bücher zur Rechtsphilosophie und Politischen Ethik gehören heute in Russland zum Rüstzeug multipolaren Denkens und eurasischer Geopolitik.

Auf der Grundlage christlicher orthodoxer Spiritualität entwickelt Iljin das Recht und die Pflicht des Bürgers auf gewaltsamen Widerstand in Abgrenzung zum Pazifismus, der nach ihm stets Gefahr läuft, zum Verrat an Schwachen und Teilhabe am Bösen zu verfallen. Und liefert zugleich das Bollwerk gegen jede Form der Selbstgerechtigkeit im Widerstand. Denn Gewalt ist nie „gerecht“, bestenfalls notwendig. Sie entlässt den Menschen nicht aus der Schuld seiner Taten, eine Wahrheit, die nur so die seelische Wiedergenesung des „traumatisierten“ Kriegsteilnehmers zulässt. Gegen die westliche Lehre vom „Gerechten Krieg“ zeigt Iljin eine Handlungsnotwendigkeit auf, die vor der Hybris der Auserwähltheit schützt und zugleich die Heilung des Einzelnen wie auch der Gesellschaft als eigentliches Ziel verteidigt.

Erzpriester Andre Sikojev, in SPUTNIK-NEWS, April, 2018.

 

 In einer umfassenden und überaus subtilen Weise führt Iwan Iljin uns in diesen Kampf ein, erörtert seine geistigen und seelischen Voraussetzungen, seine anzuwendenden Mittel sowie seine Folgen sowohl für das „Heil“ des Kämpfers wie für das „Wohl“ seines Landes. Der „Krieg gegen den Terror“, in dem wir uns heute alle in der einen oder anderen Form ausnahmslos befinden, verleiht dem Buch eine geradezu unheimliche Aktualität.

„Listiger Anschein“, Legitimation durch Missbrauch der christlichen Lehre, die Heuchelei der “humanen Anteilnahme“ , der Verzicht auf das Kampf- und Richtschwert, die „Flucht“ vor der Verantwortung, die Heiligsprechung des Deserteurs, der Verrat am göttlichen Auftrag: Man muss diese Satzteile von Semikolon zu Semikolon langsam in sich einsaugen, anders kann man die geballte Ladung an Sprengstoff nicht verstehen, mit der in jedem einzelnen Kapitel seines Buches Iljin die heute weitverbreiteten Vorstellungen über Political Correctness, Menschenrechte, gutmenschliche Humanität, Liberalismus, Freiheitsrechte, Demokratie, Rechtsstaat, Globalismus in die Luft jagt und als selbstgerechte Heuchelei entlarvt.

Es ist nur natürlich, dass mit der steigenden Wertschätzung auch die Gegner von Iwan Iljin auf den Plan gerufen wurden und werden. Sie fürchten das von Iljin geschwungene „orthodoxe Schwert“, das sie mit dem Bösen, Antipatriotischen, Liberalen, Wahrheitsfernen, Antichristlichen, Subjektiven, Eitlen, geistig Korrupten in Verbindung bringt und sie damit entwertet und verdammt. Bis heute verstehen sie nicht, dass diejenigen, die dem Bösen nicht Widerstand leisten, von ihm „absorbiert“ und „besessen“ werden (S. 37). Ihre kulturzerstörende Wirkung beruht letztlich auf ihrem Kampf gegen das Christentum (S. 409). Sie dünken sich „modern“ und „tolerant“, weil sie auf Wahrheit und Tradition verzichten. Dass sie mit diesem Verzicht ihre Freiheit und Identität verlieren, merken sie wohl erst, wenn sie in der Diktatur einer Brave New World (Aldous Huxley) oder einer Animal Farm (George Orwell) aufwachen.

 Dr. Friedrich Romig, in: KATHOLISCHES - MAGAZIN FÜR KIRCHE UND KULTUR, 10. März, 2018.

 

Write Your Comment

Only registered users can write comments. Please, log in or register